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Bund Naturschutz Ortsgruppe Ebermannstadt / Wiesenttal

06.04.2020 Naturschutzarbeit in Zeiten der Corona-Krise: Massive Zunahme an Verstößen
Bund Naturschutz Ortsgruppe Ebermannstadt-Wiesenttal
1. Vorsitzender Christian Kiehr
Sollerin 4
91320 Ebermannstadt
Tel: 09194/797117
E-Mail: christian_heimbeck@hotmail.com

Pressemitteilung: Naturschutzarbeit in Zeiten der Corona- Krise: Massive Zunahme an Verstößen

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den vergangenen Wochen sind wir vermehrt mit gravierenden Vorfällen konfrontiert worden, die alle eines gemeinsam haben: Regeln und Vorgaben zum Schutz der Natur werden zunehmend ignoriert und missachtet. Die Verstöße reichen von komplett zerstörten Hecken während der Vogelbrutzeit bis zur Ablagerung von Erdaushub direkt am Wiesentufer. Die Informationen stammen größtenteils aus der Bevölkerung, wobei Anrufe und Beschwerden hier stark zugenommen haben. Teilweise erreichen uns täglich mehrere Anrufe zu ein und demselben Vorfall. Als Naturschutzverband sind wir auf diese Informationen angewiesen, die es uns ermöglichen, diesen Vorfällen nachzugehen und der Bevölkerung hierbei auch sehr dankbar. Gründe für die Naturzerstörungen kann man bei den Verursachern vielleicht in der Annahme finden, dass es ja niemand merken wird, wenn die Leute zu Hause bleiben sollen. Spaziergänge und körperliche Aktivitäten in der Natur sind während der Corona-Krise jedoch weiterhin ausdrücklich erlaubt. Wir haben hier den Eindruck, dass nun für viele Menschen in Zeiten der Krise der Schutz einer intakten Natur- und Landschaft eine noch viel wichtigere Rolle als bisher einnimmt, da diese den notwendigen Halt und Ausgleich gibt. Eine Anmerkung aus einer Nachricht würden wir abschließend gerne weitergeben. „Es kann doch nicht sein, dass in der Frühlings- und Osterzeit die Schöpfung so mit Füssen getreten wird!“ (Zitat eines aufgebrachten 65-jährigen Mannes).

Wir fordern alle Verantwortlichen auf diesem Wege auf, weitere geplante Maßnahmen unverzüglich zu beenden.
Unabhängig davon werden die entsprechenden Behörden und die Polizei verständigt, und wir erwarten, dass die Vorfälle aufbereitet und geahndet werden. Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung ausgewählter Vorfälle. Das Bildmaterial dazu befindet sich im Anhang oder folgt in weiteren Mails. Alle dargestellten Vorfälle befinden sich entweder in besonders geschützten FFH (Flora Fauna Habitat) Gebieten und/oder Landschaftsschutzgebieten.
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1. Bericht (Bild: KapelleRüssenbach)
Zwischen Ebermannstadt und Rüssenbach ist eine biotopkartierte Hecke während der Vogelbrutzeit völlig unfachmännisch abrasiert und weggeschlegelt worden. Dabei wurde der Wuchsbereich am Boden zerrupft.

2. Bericht (Bild: Wacholder Feuerstein)
20200406-WacholderFeuerstein_klIn der Nähe der Burg Feuerstein wurde eine biotopkartierte Wacholderhecke ebenfalls völlig unfachmännisch abrasiert, weggeschlegelt und ausgerupft. Dabei wurde das Material noch vor Ort gehäckselt und der dazwischen befindliche Trockenrasen zerstört. Armdicke Wacholder, die immer weniger häufig in der Fränkischen Schweiz vorzufinden sind, fielen der Zerstörungswut zum Opfer.

3. Bericht (Bild: PretzfeldWiesentAushub)20200406-PretzfeldWiesentAushub_kl
Zwischen Ebermannstadt und Pretzfeld wurde direkt am Ufer Erdaushub abgelagert und einplaniert. Daneben gibt es im Uferbereich umfangreiche Rodungsmaßnahmen während der Vegetationszeit. Die Ufervegetation, die die Wiesent vor Sedimenteinträgen schützen soll, wurde und wird dabei völlig zerstört. Die Auflage, einen gesetzlich festgeschriebenen Abstand in Form eines Gewässerrandstreifens zum Schutz von Fischen und Lebewesen am Fluss einzuhalten, wird hier missachtet. Dies ist keine landwirtschaftlich fachmännische Praxis.

20200406-Altental_kl4. Bericht (Bilder: Altental)
Im Altental, in der Nähe von Ühleinshof bei Wichsenstein, wurde teilweise die Vegetation von gesunden Beständen durch massive Hecken- und Baumrodungen vollständig zerstört. Dabei wurde das Material vor Ort verbrannt oder angehäuft. In den Haufen, die längere Zeit lagerten, nisteten sich offensichtlich wieder Vögel ein, die beim Häckseln dann getötet wurden.
 


Mit freundlichen Grüßen
Christian Kiehr


© BN Ebermannstadt / Wiesenttal, eine aktive Gruppe des Bund Naturschutz in Bayern e.V.
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